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Brennnessel

Rezepte für Vitalität, Schönheit und Genuss
Von Gabriele Bräutigam

portait braeutigam

Im Frühjahr ist die Brennnessel eine der ersten Pflanzen, die ihr zartes Grün zeigt. Passend dazu, folgen drei Rezepte zum Ausprobieren.

Graupentopf mit Winternesseln

graupentopf
Eintöpfe aus Gerstengraupen gehören zu den wärmenden Wintergerichten, die Leib und Seele zusammenhalten. Gerste gilt als besonders leicht verdaulich und ist reich an Phosphor – gut für Knochen und Zähne. Durch die frisch pürierte Brennnessel schmeckt der Graupentopf auf raffinierte Weise erdig und enthält besonders viele wertvolle Vitalstoffe.

Zutaten pro Person
100 g Perlgraupen aus Gerste
¼ Zwiebel
200 ml Gemüsebrühe
1 Handvoll Brennnesselblätter (etwa 10 bis 12 Triebspitzen)
etwas Oliven- oder Rapsöl (zum Andünsten)
Meersalz (zum Würzen; nach Geschmack)
50 g Bergkäse (nach Geschmack)

Zubereitung
Graupen kurz abspülen. Zwiebel klein hacken und im Olivenöl bei geringer Hitze glasig dünsten. Graupen dazugeben, ebenfalls anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe aufgießen, etwa 20 Minuten bissfest kochen (ab und zu umrühren), bis die Flüssigkeit fast aufgesaugt ist.
In der Zwischenzeit die Brennnesseln waschen und Blätter von den Stängeln zupfen. Zwei Drittel der Menge im Mixer fein pürieren, restliches Drittel Blätter der Länge nach halbieren. Beides in den fast fertigen Graupentopf geben und die letzten 3 bis 4 Minuten durchziehen lassen. Mehrmals umrühren, salzen … fertig. Dazu würzigen Bergkäse servieren, den man nach Geschmack frisch über seinen Graupentopf reibt.

Zubereitungszeit:
20 Minuten (bei größeren Mengen länger)

Tipp: Als Vorspeise rechnet man 50 Gramm Graupen pro Person, als Hauptspeise 100 Gramm.

Naturgenuss für die Walpurgisnacht
Handcrafted „Nettle Beer“

nettle beer

Vor dem bayerischen Reinheitsgebot braute man Bier aus vielerlei Kräutern, was bis zur Neuordnung Bayerns im Jahre 1516 nach dem Landshuter Erbfolgekrieg keinen störte: Auch berauschende Rezepturen mit Bilsenkraut erfreuten sich großer Beliebtheit. Danach war Schluss! Ins Bier kamen nur noch Hopfen, Malz, Wasser und Hefe.

Zutaten
für etwa 13 Liter Brennnessel-Bier
100 Brennnessel-Triebspitzen (Triebspitzen mit je 3 bis 4 Blattpaaren!)
12 l Wasser
1½ kg Zucker
50 g Weinstein
15 g (Brau-)Hefe
26 leere ½-Liter-Schnappverschluss-Bierflaschen (zum Abfüllen)

Zubereitung
Brennnessel-Triebspitzen im Wasser 15 Minuten simmernd kochen. Durch ein Seihtuch abgießen, Zucker und Weinstein zum Brennnesselwasser geben und gut verrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Die Flüssigkeit abkühlen lassen, bis sie noch handwarm ist, dann die Hefe dazugeben und gut einrühren.
In dem Topf mit einem Leinentuch zugedeckt etwa 4 Tage an einem warmen Ort stehen lassen. Die Gärzeit ist abhängig von der Raumtemperatur – hier muss man ein wenig experimentieren. Als ideal hat sich der Heizungskeller herausgestellt.
Dann Schaum abschöpfen und die Flüssigkeit vorsichtig mit einem Schöpflöffel über einen Trichter in die Flaschen füllen, ohne das Sediment aufzuwirbeln.
Gut gekühlt servieren!

Zubereitungszeit: 2-mal 15 Minuten

Gärzeit: 4 Tage (bei etwa 22 ° C)

Tipps: Der richtige Zeitpunkt zum Abfüllen Ihres Bieres ist nach dem Höhepunkt der Gärung gekommen, wenn nur noch wenige kleine Bläschen aufsteigen.
Unbedingt robuste Schnappverschlussflaschen verwenden, denn das „Nettle-Beer“ entwickelt ordentlich Druck. Es sprudelt stark beim Öffnen der Flasche.

Hinweis: Das Rezept stammt ursprünglich aus Mary Buchans „Common Place Book“ aus dem 19. Jahrhundert.

Genuss ohne Reue – dank Dörrgerät
Veggie-Chips „Wild Love”

veggie chips

Ein Dörrgerät eröffnet dem gesundheitsfrohen Genießer eine neue Welt: Knabbern mit gutem Gewissen! Selbst gemachte Chips sind absolut frisch, reich an Vitaminen, schlank an Kalorien, dazu äußerst kostengünstig. Aber unbezahlbar, wenn es darum geht, nach Herzenslust zu naschen.

Zutaten
für einen Wochenvorrat
1 Süßkartoffel
2 Rote Beten
2 Karotten
2 Pastinaken
40 Brennnesselblätter
etwas Olivenöl (falls nötig; siehe „Tipp“)

1. Geschmacksrichtung
2 TL Brennnesselsamen
Meersalz (zum Würzen; nach Geschmack)
Salzkristall-Brocken
Wasser
Kräuter und Gewürze
(Koriander, Chili, Paprikapulver, Thymian, Kreuzkümmel, Kubebenpfeffer, Tamari)
geschälte Hanfsamen (nach Geschmack)

2. Geschmacksrichtung
2 EL Tamari (Sojasauce)
geschälte Hanfsamen, Brennnesselsamen und etwas Chili (nach Geschmack)

Zubereitung
Gemüse putzen, schälen und mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden – je dünner, desto knuspriger werden die Chips.

Selbst eine Salzsole herstellen für die 1. Geschmacksrichtung:
Hierfür Salzkristall-Brocken (z. B. aus dem Bioladen) in ein Glasgefäß geben, und dieses mit Wasser im Verhältnis 1 zu 2 auffüllen. Nach 1 Stunde ist eine gesättigte Salzsole-Lösung entstanden. Die Salzkristalle lösen sich nicht weiter auf.
Die Kräuter, Gewürze und Samen nach Geschmack in einem Mörser mischen und zerreiben, mit etwas Salzsole oder Tamari anrühren.
Nun Brennnesselblätter und Gemüsescheiben je nach Geschmack mit dieser Würzmischung oder für die 2. Geschmacksrichtung mit der Tamari-Chili-Samen-Mischung bestreichen.
Die gewürzten Gemüsescheiben und die Brennnesselblätter nach dem Vorbereiten auf den Einschüben bzw. auf dem mit Backpapier belegten Blech verteilen, mit Brennnesselsamen bestreuen und bei 40 °C etwa 8 bis 12 Stunden dörren. Während des Dörrens Scheiben ab und zu wenden.
Die fertigen Chips sofort in luftdichte Dosen abfüllen.

Tipp: Wer kein Dörrgerät hat, kann die Veggie-Chips auch im Backofen bei 140° C zubereiten. In diesem Fall die Würzmischungen mit etwas Olivenöl verrühren. Auf Backpapier 40 bis 50 Minuten dörren. Feuchtigkeit zwischendurch aus dem Ofen entweichen lassen.

Wir bedanken uns bei der Autorin und beim Hans-Nietsch-Verlag für die Genehmigung zum Abdruck.

Text und Bilder: ©Hans-Nietsch-Verlag

Gabriele L. Bräutigam M.A.
studierte Soziologie, Germanistik, Philosophie. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Wildpflanzen und Ernährung“ und ist zertifizierte Kräuterführerin. Ihr Wissen gibt sie in Seminaren und Wildkräuterwanderungen mit Kochkurs weiter. Ihre Rezepte („Ganz einfach – sonst macht’s eh keiner und dann hilft’s gar nichts!“) verbinden den sinnlichen Genuss in der Natur und den einzigartigen Geschmack der Wildkräuter mit ihren Heilwirkungen für Körper und Seele.
Die Autorin lebt in einer denkmalgeschützten Mühle zwischen Franken und der Oberpfalz.
www.oedmuehle.net

Buchtipp:

cover brennessel

Gabriele Bräutigam
Brennnessel
Rezepte für Vitalität, Schönheit und Genuss
173 Seiten, Broschur, 19,90 €
ISBN: 978-3-86264-385-1
Hans-Nietsch-Verlag

 


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