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Stefan Lorenz Sorgner
Transhumanismus
„Die gefährlichste Idee der Welt“!?
208 Seiten, Paperback, 12,99 €
ISBN 978-3-451-34942-3
Herder

Autor Prof. Dr. Sorgner lehrt Philosophie an der John Cabot Universität in Rom.
Außerdem ist er Direktor und Mitbegründer des Beyond Humanism Network (etwa: Netzwerk Jenseits des Humanismus). Er selbst vertritt einen schwachen Transhumanismus, was bedeutet, dass er die Schriften Friedrich Nietzsches in bestimmter Weise auslegt. Im vorliegenden Buch widerlegt er den Untertitel des Buches vom Transhumanismus als gefährlichster Idee der Welt. Dabei geht er äußerst gewandt und geschickt vor. Immer geht es um die Verbesserung des Menschen, sogar als moralische Pflicht, da das Vorenthalten der entsprechenden Technologie unmenschlich sei. Die Erfindung von Narkosemitteln und die bewusste Selektion mittels Genetik bzw. Eugenik, oder mittels Pharmakologie ist doch etwas grundsätzlich anderes. Die Transhumanisten wollen am Menschen eigentlich alles „verbessern“: die emotionalen, die physiologischen und intellektuellen Fähigkeiten, das äußere Aussehen, die Lebensdauer. Neben Genetik, Pharmakologie kommen hier Implantate und Mensch-Maschine-Schnittstellen zum Einsatz, d. h., es entstehen Mensch-Maschine-Mischwesen, der Mensch 2.0, der dem alten Homo Sapiens haushoch überlegen sein wird.
Das ist keineswegs Science Fiction oder Spinnerei. Überall auf der Welt werden hunderte von Milliarden in entsprechende Forschungsprojekte gesteckt. Google etwa geht davon aus, dass in wenigen Jahren jeder sein Gehirn, bzw. seine Gedanken, Emotionen und Erinnerungen auf einen Computer bei Google hochladen kann – vorausgesetzt er hat das Geld dafür.
Warum der Mensch allerdings derart verbessert werden soll, bleibt vage. Denn es ist klar: der Mensch ist ein fehlerbehaftetes Mängelwesen, das dem Tod unterworfen ist und um sein Überleben kämpfen muss. Erst aus diesen Bedingungen und nur unter diesen Bedingungen hat er vom Faustkeil über Beethovens Neunte bis zur Mondrakete, Religion, Technik, Medizin, Kunst, Musik, Philosophie, Normen und Werte, kurz Kultur geschaffen. Welche Lebensanreize hat ein Wesen, das sich im Fall von Gefahr einfach auf eine Festplatte kopiert und nach dem Ende der Gefahr wieder in einen geeigneten (Maschinen)-Körper zurückkopiert? Was soll das überhaupt für ein degeneriertes Wohlleben sein?