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Kosmische Zeitqualität im September und Oktober

Von Martin Sebastian Moritz

portrait moritz
Der Sommer verabschiedet sich und lässt viele von uns verunsichert zurück. Die letzten Monate haben gezeigt, wie verletzlich unsere Welt ist. Anschläge, Fremdenhaß und Schwarz-Weiß-Denken sind Ausdruck von tiefer kollektiver Unsicherheit. In diesen Zeiten des Umbruchs ist es nun umso wichtiger, dass wir versuchen, achtsam und couragiert zu bleiben.
Auch astrologisch bleiben Spannungen erwartbar, wobei der September anstrengender wird als der Oktober. Vielleicht lohnt es sich, dass wir uns einfach einmal fragen: Wie gehen wir mit allem Fremden in unserem Leben um? Spüren wir es auch in uns selbst? Wehren wir es ab oder heißen wir es neugierig willkommen? So oder so: Die Reise geht weiter …

Strukturen ändern sich und lösen sich auf
Die Quadratur zwischen Saturn und Neptun der letzten Monate wird nur langsam schwächer und hält uns weiterhin in Atem. Diese beiden Planeten sind archetypische Antipoden und stehen momentan in einem Winkel zueinander, der zusätzliche Gegnerschaft und Befremdung auf den Plan bringt. Saturn steht generell für alles, was solide, pragmatisch und auf Prinzipien und Regeln aufgebaut ist. Seine Lektionen arbeiten langsam und er neigt zu Strenge und Härte, wenn wir ihn nicht ernst nehmen. Er befindet sich weiterhin im Zeichen Schütze, einem Zeichen, dass mit Glauben und Expansion, aber auch Verblendung und Bigotterie zu tun hat.
Nach einer Zeit der Rückläufigkeit ist Saturn nun wieder direktläufig und geht diese Themen wieder offensiver an. Sein Gegenspieler Neptun auf der anderen Seite steht für Sehnsucht, Illusionen, für alles, was im Leben ideal und leicht sein soll. Er kann uns feinsinnig und kreativ, hilfsbereit und sensibel machen, aber auch leichtsinnig, naiv und fehlgeleitet, wir mögen sogar vom Weg abkommen und uns verlieren. Der Kampf Struktur gegen Auflösung, Strenge gegen Leichtigkeit, Realität gegen Traum ist noch nicht ausgefochten.
 
Der September startet mit einem rückläufigen Merkur: Bis 22. September müssen wir vorsichtiger und achtsamer sein bei allem, was mit Kommunikation zu tun hat.

  • Emails und andere Nachrichten gut formulieren und nachlesen, bevor man sie abschickt. Überprüfen, ob diese auch ankommen!
  • Mit Verzögerungen und Missverständnissen rechnen.
  • Verträge genau durchlesen und im Zweifelsfall lieber aufschieben bis nach dem 23. September
  • Manches geht verloren und findet sich erst später wieder an.
  • Missverständnisse: Wer hat was gesagt und wie gemeint? Höhere Frustrationstoleranz üben und nicht alles persönlich nehmen!

Andererseits eine gute Zeit für:

  • Aufräumen, alte Unterlagen überprüfen und vielleicht entsorgen
  • Alte Kontakte pflegen
  • Alte Pläne, die man auf Eis gelegt hatte, noch einmal genau durchleuchten. Vielleicht hat nur ein Detail nicht gestimmt? Vielleicht hat sich inzwischen etwas geändert und das ganze Konzept muss nur unter einem neuen Vorzeichen angegangen werden?
  • Tagebuch schreiben, Innenschau betreiben, alte Gedanken wieder aufnehmen, mit sich in Klausur gehen

Neumond-Themen im September:

Der Jungfrau-Neumond (1. September):
Der Kampf gegen Windmühlen.
Aufgabe: Ordnen, aber in Maßen!

neumond september 2016
Der rückläufige Merkur fällt zusammen mit einem Neumond in einem seiner beiden seinem Heimatzeichen, der Jungfrau. Das heißt: Alle typischen Jungfrau-Eigenschaften wie Fleiß, Ordnung, Detailtreue, Perfektionismus haben eine vorsichtige, introvertierte Note, die typische Unsicherheit und Angst, sich zu blamieren, sind im September überbetont.
Der kritische Jungfrau-Neumond steht in Oppositions-Spannung zum sehnsüchtigen und leicht chaotischen Neptun. Dieser droht mit Zerstreutheit und Verwirrung, worauf die Jungfrau herausgefordert wird, noch stärker als sonst Kontrolle und Ordnung in einer Welt, in der alles droht, durcheinander zu geraten, aufrechtzuerhalten. Der Alltag will jetzt von uns besonders sorgfältig geplant werden, unsere Ernährung und Gesundheit erfordern Achtsamkeit. Das kommt manchen Menschen zugute, die ohnehin immer alles im Griff haben, Exzesse und Verrücktheiten meiden und sich eher von Vernunft als Impuls leiten lassen. Andere, die eher etwas laxer und entspannter im Alltag sind, kommen nun an ihre Grenzen. Denn auf einmal wird alles doppelt so anstrengend. Dieser Monat hat einen gewissen Don Quixote-Charakter. Wir kämpfen und kämpfen, aber wogegen genau? Denn ist es in Wahrheit nicht so, dass das Leben jeden Tag durcheinander gerät und wir jeden Tag aufs Neue alles wieder ordnen müssen, wie Aschenputtel mit den Erbsen. Also: Dort, wo wir Ordnung schaffen können, dies auch tun, das tut gut. Aber dort, wo es unmöglich scheint, loslassen. Ein bisschen Durcheinander hat noch niemanden umgebracht. Anders sieht die andere Seite des Neptun aus: Verwirrung, Irrtum und Lügen. Sind unsere Idealvorstellungen zu hoch im Alltag? Sitzen wir einer Täuschung auf? Sind unsere Ängste irrational und neurotisch?
Auch wird der Neumond von einem Mars-Saturn-Gespann im leicht begeisterungsfähigen Zeichen Schützen im Quadratur-Aspekt kritisch in die Zange genommen. Die Messlatte ist hoch, zu hoch. Der Mond fühlt sich minderwertig und schafft das Pensum nicht. Nur der transformationsfreudige Pluto schickt einen wohlwollenden Trigonal-Aspekt und verleiht Zähigkeit. Ein kosmisches Muster, das auf unseren Selbstwert zielt. Wir sehen so viele Details, die nicht stimmen, nicht richtig sind, uns stören. Wir wollen Ordnung schaffen und sind dabei zu streng mit uns und der Welt.

Wichtige Neumond-Fragen für den September:

  • Wie kann ich meinen Alltag besser in den Griff bekommen?
  • Passe ich genug auf meine Gesundheit auf?
  • Wo drohen Unordnung und Chaos mich zu ersticken?
  • Ernähre ich mich gesund genug?

Aufpassen:

  • Sich nicht zu sehr mit Arbeit zu überhäufen
  • Sich realistische Ziele setzen und kleine Belohnungen einsetzen
  • Auch mal „Nein, das schaffe ich nicht“ sagen
  • Sich nicht in zu vielen Details verlieren und dabei den Blick für das Ganze verlieren

Der Waage-Neumond (1. Oktober):
Eine Zeit des Fairplay und der Hoffnung auf Harmonie und Ausgleich

neumond oktober 2016
Ein überaus konstruktiver Neumond: Jupiter ergänzt die luftige Sonne-Neumond-Paarung in der Waage zu einem optimistischen Trio und lässt uns neue Hoffnung schöpfen. Saturn schickt wohlwollende Impulse, indem er Ausdauer einfordert. Nur Mars im Steinbock tanzt aus der Reihe und pocht auf Regeln und besteht auf der Erfüllung eines strukturierten Planes. Also doch keine Zeit für Laissez-Faire? Wie immer gilt es, einen Kompromiss zu finden. Neptun sieht sich die ganze Sache aus dem schiefen 150°-Winkel an und ruft immer wieder aufblitzend ins Bewusstsein: Träume sind Schäume und etwas, das wir uns erhofft haben, sieht banaler und grauer aus, wenn wir es haben.
Die Waage ist ein komplexeres Zeichen als es den Anschein hat. Es geht zwar oberflächlich um Ausgleich, Harmonie, Umgangsformen, Fairplay und Ästhetik. Viel interessanter sind jedoch die tieferen psychologischen Beweggründe. Auseinandersetzungen, Konflikte, Trennung, Streit, Grobheit, Hässlichkeit sind rote Tücher für Waage-betonte Menschen und sie versuchen alles zu tun, damit alles in Balance bleibt. Ein Kraftakt, der zwar charmant-locker wirkt, aber anstrengend ist. In diesem Monat bekommt der Neumond etwas Dampf vom Mars und so könnte es schwieriger sein als sonst, den Frieden zu bewahren. Mars steht im Steinbock besonders stark und gibt sich nicht mit schönen Ausflüchten oder blumigen Versprechungen zufrieden.

Wichtige Neumond-Fragen für den Oktober:

  • Wie kompromissfähig bin ich in meinem Alltag?
  • Der Klügere gibt nach. Immer? Wann gebe ich nach und es fühlt sich gut an und wann gebe ich nach und ich fühle mich unterlegen?
  • Wann kann ich auch mal auf meinem Standpunkt bestehen?
  • Wann kann ich es auch einmal aushalten, dass es Missklang gibt?
  • Welche Regeln und Prinzipien sind mir wichtig? Wie gehe ich mit diesen im Alltag um? Beharre ich stoisch auf Einhaltung oder bin ich flexibel?
  • Wie gehe ich damit um, dass der Alltag auch oft grob, hässlich und grau ist? Wie kann ich es mir dann wieder schöner machen?

Aufpassen:

  • Manchmal sind Auseinandersetzungen unausweichlich. Jetzt nicht kneifen!
  • Diplomatie ist eine hochentwickelte Kunst. Aber jetzt ist nicht die Zeit, um sich völlig unverbindlich zu geben und alles in Grund und Boden zu relativieren. Farbe bekennen!

Mitte Oktober: Mars Konjunktion Pluto: Eine Super-Ballung von Power! Vorsicht ist angebracht!
Die mittleren Dekaden der kardinalen Zeichen Widder (01.04. - 10.04.), Krebs (02.07. - 12.07.); Waage (03.10. - 12.10.) und Steinbock (01.01. - 12.01.) sollten jetzt aufpassen vor Ausbrüchen aller Art und sich wappnen gegenüber Manipulationen und jede Form von zwanghaftem Verhalten. Ruhig Blut und klaren Kopf behalten.

Martin Sebastian Moritz
Diplom-Psychologe, Trendforscher und Psychodrama-Therapeut beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Astrologie. Er berät telefonisch und persönlich (Hamburg und Berlin) und bietet regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Psychologische Astrologie in Form von Workshops, Vorträgen und Webinaren an.
www.Astro-via.com

Foto + Grafiken: M. S. Moritz