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Der Geist ist alles

Was Du denkst, das wirst Du
Verhaltensmuster erkennen und verändern
Von Wolfgang Hack

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Warum fällt es uns so schwer eine störende, vielleicht sogar krankmachende Verhaltensweise zu ändern? Warum sagen wir ja, wenn wir doch nein meinen? Warum gibt es Situationen, in denen Menschen mit ihrer Reaktionen immer genau unseren wunden Punkt treffen? Warum beeinflusst eine gute sowie eine schlechte Nachricht unsere Stimmung nachhaltig?

Viele Fragen, auf die es keine allgemein gültigen Antworten gibt. Vor einigen Jahren gab es den großen Trend:  Denke positiv und alles wird gut?! So einfach ist es leider nicht. Aber darin liegt der Kern des Ganzen. Schon vor über tausend Jahren wussten gelehrte Menschen, dass die Art unserer Gedanken unsere Gefühle und unser Handeln beeinflussen.

Das Zitat von Buddha zeigt dieses: Der Geist ist alles. – Was Du denkst, das wirst Du!

Oder dieses alte chinesische Sprichwort:
„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

Das ist ja erst mal noch nichts Dramatisches. Wenn eine ungesunde, oftmals unbewusste, Denkweise aber zu einem ungesunden Handeln führt, dann kann dieses eben doch zu einem emotionalen Problem führen.
Ein emotionales Problem liegt vor, wenn jemand in bestimmten Situationen, bei bestimmten Personen, Entscheidungen oder Dingen unter unangemessen starken, belastenden Gefühlen wie Angst, Panik, Ärger, Wut, Verzweiflung, Deprimiertheit oder Scham leidet. Dieses Verhalten haben diese Menschen „gelernt“ und ritualisiert.
Warum fällt es aber so schwer, erlernte, ritualisierte Verhaltensmuster aufzugeben und durch neue zu ersetzen? Neueste neurobiologische Erkenntnisse können eine Antwort darauf geben: weil diese Denkmuster als stabile Verbindungen in den Nervenzellen verankert sind. Und es erfordert erst den oft mühsamen Weg des Umlernens, um diese zu ersetzen.
Die Art der Informationsspeicherung hängt vom jeweiligen Gedächtnis ab. Im Ultrakurzzeitgedächtnis werden sie als elektrische Impulse verarbeitet und mit bereits gespeicherten Vorinformationen verknüpft. Nach maximal zwanzig Sekunden gehen diese Informationen verloren, da die elektrischen Impulse abklingen. Bei der Ablage von Informationen im Kurzzeitgedächtnis werden in den Neuronen Proteinketten gebildet, in die diese Information einkodiert ist, ähnlich der DNA. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese Proteinketten zerfallen und die Informationen damit ebenfalls verloren gehen. Erst bei der Abspeicherung im Langzeitgedächtnis werden diese Proteinketten, die sonst nach spätestens zwanzig Minuten zerfallen, fest in den Nervenzellen eingelagert und damit dauerhaft gespeichert. Den Durchbruch hinsichtlich der Erforschung der Prozesse, die beim Lernen im Gehirn vorgehen, schaffte Eric Kandel, der für seine Forschungsergebnisse mit dem Medizinnobelpreis 2000 ausgezeichnet wurde.
Der Begriff Vorabinformationen ist in diesem Zusammenhang wichtig. Denn darin liegt das Bewertungsmuster einer bestimmten Situation. Es kommt eben auf diese Vorabinformationen an, um eine Situation zu bewerten. Dafür nimmt das Gehirn über neunzig Prozent der Wahrnehmung aus dem eigenen Fundus. Er ist geprägt von den eigenen Weltanschauungen, Vorurteilen, Stimmungen und Erfahrungen. Das heißt, in jedem Augenblick macht das Gehirn sich die „eigene Wirklichkeit“. Und diese Wirklichkeit ist für Jeden etwas anderes.
Wenn ein emotionales Problem vorliegt, vermeiden Menschen wegen dieser unangenehmen Emotionen, sich mit Situationen, Personen oder Sachen so auseinanderzusetzen, wie es zum Aufbau eines angemessenen Verhaltensrepertoires notwendig wäre. Dadurch entstehen Defizite oder unangemessene Muster, die längerfristig zu psychischen Beschwerden und nachfolgend zu weiteren Verhaltenseinschränkungen führen können.
Therapeutisch steht daher stets im Vordergrund, die emotionalen Hindernisse für die notwendigen Lernerfahrungen zu bearbeiten. So werden auch Klienten mit psychosomatischen, körperlichen Symptomen, wie etwa häufigem Erröten, Herzrasen, Magenbeschwerden, Schwindelanfällen, erst akzeptieren lernen, dass es sich dabei nicht um körperlich bedingte Erkrankungen oder um Verhaltensdefizite handelt, sondern um Begleitsymptome emotionaler Probleme.

Eine Kognitive Verhaltenstherapie kann helfen
Der Ausdruck kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mag zu der Schlussfolgerung verleiten, es gehe bei der Bearbeitung psychischer Probleme in erster Linie um die Änderung von Verhaltensmustern. Das hieße jedoch, Ursache und Wirkung oder Problem und Symptom miteinander zu verwechseln. Wenn jemand bestimmte Fähigkeiten, Verhaltensweisen oder Fertigkeiten nicht gelernt hat, liegt das meist daran, dass er dies bisher für zu gefährlich, zu lästig oder zu peinlich hielt und es aus Angst oder Bequemlichkeit vermieden hat, sich damit zu beschäftigen.

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Sollte jemand bestimmte Dinge lediglich nicht gelernt haben, wäre das allein kein Grund, zum Psychotherapeuten zu gehen, denn er könnte ja heute damit beginnen, sein Verhalten zu ändern. Und zum Beispiel lernen, Kritik angemessen auszudrücken oder zu ertragen, mit dem Alkoholtrinken oder Rauchen aufzuhören, Vorträge zu halten, Freunde oder Partner zu suchen, Reden zu halten oder im Mittelpunkt zu stehen. Es sei denn, irgendetwas hielte ihn davon ab, beispielsweise die Angst vor Blamage oder Ablehnung, Scham, Trauer oder Minderwertigkeitskomplexe.
Ziel der Therapie ist, ein emotionales Problem und darauf beruhende Verhaltensauffälligkeiten oder -defizite und deren belastende Konsequenzen zu beseitigen. Eine aktive Mitarbeit ist dabei natürlich unerlässliche Voraussetzung. Nicht nur, dass der Therapeut ja schlecht etwas für den Klienten neu- oder umlernen kann. Das muss jeder lästigerweise schon selbst besorgen. Der Therapeut braucht die Unterstützung, bei der angemessenen Diagnose der Problematik, damit er ein sinnvolles, auf den Klienten zugeschnittenes Behandlungsprogramm erstellen kann.
Therapeuten, auch wenn sie noch so gut geschult sind, können die Gedanken, Motive, Einstellungen, Befürchtungen und Wertmaßstäbe des Klienten nicht allein von außen erkennen. Dazu bedarf es der Mitarbeit des Klienten. Anders als bei anderen Therapien sind bei der Kognitiven Verhaltenstherapie Übungen bzw. Hausaufgaben integraler Bestandteil. Warum denn das?
Wieso muss ich mich damit auch noch zuhause belasten, dafür gehe ich doch zu einen Psychotherapeuten? Erinnern Sie sich an den Absatz über die Funktionsweise des Lernens? Ja, denn dadurch wird schnell klar, dass nur kontinuierliches Lernen zum nachhaltigen Ziel führt, also zur Bildung von Proteinketten.
Übungen und Hausaufgaben sind daher wesentlicher Bestandteile der KVT, da sie das Neu- und Umlernen fördern und den Therapieerfolg maßgeblich erhöhen. Durch das Verlagern solcher Inhalte aus der Therapiestunde nach Hause wird KVT so effektiv und erreicht, im Vergleich zu anderen Verfahren, das Therapieziel in so kurzer Zeit.

Zusammenfassung

  • Kognitive Verhaltenstherapie ist ein besonders effektives, wissenschaftlich untersuchtes Therapieverfahren mit nachgewiesener Effizienz und Wirkung.
  • Sie ist gleichzeitig die modernste und wirksamste Form der Verhaltenstherapie.
  • Hier wird besonderes Gewicht auf das Erkennen, Überprüfen und gegebenenfalls Verändern von verinnerlichten Wertmaßstäben, Normen und häufig ablaufenden Gedanken gelegt, da diese meist für das Entstehen emotionaler Probleme verantwortlich sind.
  • Nach der Veränderung krankmachender Normen lernt der Klient, diese mit Hilfe strukturierter Arbeits- und Übungsprogramme in Alltagssituationen umzusetzen, um die theoretischen Erkenntnisse durch neue Erfahrungen auch glauben zu lernen.

Selbst Kurzzeittherapien und „erkennende“ Workshops können mit dieser Therapiemethode zum Erfolg führen. Sinnvolle Ergänzungen wie etwa mit dem Traumatherapieverfahren EMDR können unterstützend sein.

„Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab. Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.“
Mark Aurel

Fotos: W. Hack

Wolfgang Hack
Heilpraktiker für Psychotherapie mit eigener Praxis seit 2007. Zusatzqualifikationen in Kognitive Verhaltenstherapie, EMDR, Familienstellen, Ayurveda
Tel: 04563 4731843
www.seelenbogen.com
praxis@seelenbogen.com

 


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