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SOS Hexenschuss

Ein Auszug aus dem Buch von Ingrid Kleindienst-John

cover hexenschuss

„Alter schützt vor Liebe nicht,
aber Liebe schützt bis zu einem
gewissen Grad vor Alter.“
Jeanne Moreau

Einleitung:
Irgendwann werden wir alle älter – genaugenommen beginnt dieser Prozess ja bereits mit unserer Geburt. Wir werden älter, aber wir wollen nicht alt werden. Besser: Wir wären gerne von den unangenehmen Begleiterscheinungen des Alterns verschont.
Ich halte es da wohl mit meiner Großmutter, die immer meinte: „Der Körper kann schon mal altern, solange unser Geist wach und rege ist, bleiben wir ja doch jung.“
Wir können nämlich schon einiges dazu tun, dass unsere Gesundheit nicht zu schnell entflieht und mit ihr unsere Aktivität, unsere Agilität. Und damit sollte man rechtzeitig beginnen! Was kann man nun gegen Hexenschuss und Zipperlein tun – und auch gegen so manches andere Wehwehchen? Meine Hausmittel können Ihnen einen Besuch beim Arzt oder bei einem Spezialisten nicht ersparen, aber im Fall des Falles dienen sie als Nothelfer und sie unterstützen das Gesundwerden, ebenso wie sie vielleicht verhindern können, dass es überhaupt zum Notfall kommt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Gesundheit übrigens folgendermaßen definiert: „Gesundheit ist ein Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Beschwerden oder Krankheit“

In diesem Sinne sollten wir unsere Gesundheit auch selbstverantwortlich schützen und – so es uns möglich ist – bewahren.
Dieses Buch enthält also kein Jammern über verlorene Jugendlichkeit, es soll im Gegenteil Mut machen, freudig älter zu werden und die uns geschenkten Jahre gesund zu genießen. Egal, ob Sie dreißig, fünfzig oder neunzig sind: Die Tipps auf den folgenden Seiten können Ihnen vielleicht dabei behilflich sein …

Unterstützt hat mich bei diesem Buch in erster Linie mein Mann Kurt John, der auch diesmal mit kritischem Blick mein erster Leser war und nicht zuletzt der Urheber vieler Bilder ist. Danke dafür! Bedanken möchte ich mich auch bei einigen meiner Kursteilnehmerinnen, die mir als „Models“ für die Anwendungsbilder zur Verfügung standen, bei meiner Familie, die wie immer tapfer meine Rezepturen ausprobierte, bei meinen Freundinnen Daniela Mossier und Ingrid Puttinger für ihren fotografischen Beistand und nicht zuletzt bei Siegrid Hirsch, Wolfgang Ruzicka für ihr Vertrauen in mich und dem gesamten Team des Freya-Verlags für die Begleitung meines Vorhabens.
Ingrid Kleindienst-John, Buchbach, im Jänner 2015

Frauenseelen leiden anders
Frauen tragen vielfältige Belastungen, ganz besonders dann, wenn Sie gleichzeitig Arbeit und Haushalt, Kinder und Mann zu betreuen haben. Das war schon immer so (Ausnahmen gab es nur in den reicheren bzw. höheren Gesellschaftsschichten).

Frauen waren es aber auch, die in der Geschichte der Volksheilkunde eine maßgebliche Rolle spielten. Vor allem in der Frauenheilkunde und der Geburtshilfe waren die Frauen federführend, daneben waren sie für die Gesundheit ihrer Familien ebenso verantwortlich.

Wichtig ist es auch heute noch, den Rhythmus des Lebens, den Hormonzyklus nicht außer Acht zu lassen. Frauen sind anders als Männer („Na, Gott sei Dank“, sagt mein Mann), in vielfacher Hinsicht benötigen Frauen auch andere Mittel als Männer und vor allem oftmals auch andere Dosierungen. Bei der Kräuterheilkunde und in Bezug auf ätherische Öle spielen die Bedürfnisse der Frau ebenfalls eine große Rolle. In diesem Kapitel möchte ich versuchen, einige der häufigsten Beschwerden von Frauen zu betrachten.

Prämenstruelles Syndrom
Nach den vorliegenden Statistiken leiden etwa 60 Prozent der Frauen unter diesem Problem. Davon sind vor allem 30- bis 40-jährige Frauen am stärksten betroffen. Zu den Erscheinungsbildern des Prämenstruellen Syndroms (PMS) gehören viele – hier nur ein kleiner Auszug aus einer langen Liste:
• Aggression
• Akne
• Angst
• Bedürfnis nach Salz
• Bedürfnis nach Süßem
• Depression
• Ekelgefühle
• Geschwollene und schmerzende Brüste
• Herpes
• Herzklopfen
• Migräne
• Müdigkeit
• und viele andere mehr …

Es macht also Sinn, sich ein wenig darüber Gedanken zu machen, was diese psychischen und körperlichen Symptome auslöst. Unter diesen Symptomen können Frauen jeden Alters leiden, von der Zeit, wenn die erste Regel auftritt, bis hin zur Menopause.

Typisch ist für alle, dass die Beschwerden meist in der Mitte des Zyklus auftreten und dann bis in die Menstruation hinein andauern können. Die Ursachen sind vor allem in einem Hormonungleichgewicht zu suchen, aber auch falsche Ernährung, Stress, Bewegungsmangel und Störungen der Schilddrüse können daran beteiligt sein. Und sie beeinträchtigen das Wohlbefinden ganz beträchtlich.

PMS kann ganz plötzlich auftreten und genauso plötzlich kann es auch wieder verschwinden, manche Frauen trifft es jedoch jahrelang – bis hin zum Wechsel, und dann geht es vielleicht sogar in etwas veränderter Form noch weiter. Wenn frau sich mit diesem Thema auseinandersetzt und sich Zeit für sich und ihre Bedürfnisse lässt, dann kann das schon hilfreich sein. Aber wichtig ist es auch, mit Ihrem Gynäkologen darüber zu sprechen, denn durch eine gezielte Untersuchung können andere Störfaktoren vermutlich ausgeschlossen werden.
Die Beschwerden können oft mit Heilpflanzen und ätherischen Ölen recht gut gelindert werden. Schnell geht das allerdings nicht immer! Oftmals ist auch eine Änderung der Lebensbedingungen – wenn das möglich ist – hilfreich.

Eines hilft aber sicherlich: liebevolle Zuwendung zum eigenen Ich! Und wie könnte das besser geschehen, als mit einer sanften Bauchstreichung mit einer ausgewogenen Mischung ätherischer Öle!

„Keiner versteht mich so wie ich“
Bauch-Pflegeöl
50 ml Mandelöl süß (Prunus dulcis)
1 Tropfen Rosengeranie
   (Pelargonium graveolens)
4 Tropfen Rose (Rosa damascena)
6 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)

Wenn Sie Rose nicht so gerne mögen:
Jasmin sambac geht auch.

Legen Sie sich gemütlich aufs Sofa und massieren Sie sich Ihren Bauch in sanften Streichungen (immer im Uhrzeigersinn bitte) – Sie benötigen nur ganz wenig Öl auf den Fingerspitzen dazu! Anschließend ein angewärmtes Kirschkernkissen (oder Hirsepolsterl) auf den Bauch legen, zudecken und eine halbe Stunde lang die Wärme und Geborgenheit genießen. Probieren Sie’s aus!

Rosengeranie Pelargonium graveolens ist eine Duftpflanze, die polarisiert. Ich gebe zu, ich hab eine ganze Weile gebraucht, bis ich den Duft der Rosengeranie zu schätzen gelernt habe.

In meiner Aroma-Praxis hatte ich eine Klientin, für die gerade das Öl der Rosengeranie wichtig zu sein schien. Sie litt unter Prämenstruellem Syndrom und die Rosengeranie, als Seelenschmeichleröl, war genau der Duft, den sie in ihrer Wohlfühlmischung haben wollte. Ich tat mir wirklich schwer, diesen Duft in eine – wie mir schien, sowieso schon perfekte – Massageölmischung noch hineinzugeben. Aber die Kundin war Königin, also ein Tröpfchen kam dazu. In ihrer Nase ein wunderbarer Duft, in meiner ein „Stinker“. Einige Jahre später – ich mochte den Duft des Öls noch immer nicht besonders gern – ein Ausflug nach Schloss Hof im Marchfeld 10. Das Schloss wurde zu dieser Zeit gerade renoviert und im Park war noch nicht viel von der ehemaligen Pracht zu sehen. Aber da standen buschige Kübelpflanzen einfach nur zur Dekoration herum, alle grün, blütenlos, aber mit verschiedenen Blattformen. Und ich strich über eine dieser üppigen Pflanzen mit der Hand, roch daran und – also diesen Duft kannte ich! Es waren Rosengeranien mit unterschiedlichen Duftnoten! Wir standen staunend davor und ich war einfach fasziniert.

An diesem Tag war es relativ kühl und Kurt und ich trugen unsere Wintermäntel. Nach dem Heimkommen entleerte Kurt seine Manteltaschen und ich staunte nicht schlecht: Da hatte dieser Schlawiner doch – völlig unbemerkt – von mindestens sechs unterschiedlichen Rosengeranien-Pflanzen Stecklinge geklaut und mit nach Hause gebracht! – Pst! Bitte verraten Sie uns nicht! Die wurden natürlich eingepflanzt und erfreuten uns noch lange Zeit – aber „wie gewonnen, so zerronnen“ – einige Jahre später segneten sie das Zeitliche, weil sie einem zu strengen Winter zum Opfer fielen.

Ich aber war nach unserem Erlebnis in Schloss Hof erst mal erstaunt über diese Vielfalt und begann – kaum wieder daheim – sofort mit der Suche nach entsprechender Literatur. Dabei stieß ich auf die Vielfalt der Pflanzenfamilie der Geraniaceae und war verzaubert. So viele unterschiedliche Gruppierungen und Sorten! Es würde den Rahmen dieses Buches sprengen, wenn ich Ihnen alles darüber erzählen wollte, was ich da erfahren durfte! Jahre später – bei einem Aromakongress in Zürich – durfte ich im Botanischen Garten über 250 Sorten der Duftpelargonien sehen und schnuppern … Das Ergebnis war, dass ich der Rosengeranie und ihrem ätherischen Öl ab sofort mit Respekt begegnete und heute sogar in so manch einer Mischung einmal einen Tropfen freiwillig hineinarbeite!


Allerdings: Zuviel davon ist nicht empfehlenswert! Dosieren Sie bitte sorgfältig und nie mehr, als ich Ihnen in meinen Rezepturen empfehle!

Was noch hilft:
Auch der Mönchspfeffer (Agnus castus) gehört zu den Kräutern, die bei einem Ungleichgewicht der körperlichen und seelischen Verfassung helfen können, ebenso wie Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Baldrian (Valeriana officinalis), Melisse (Melissa officinalis), Lavendel (Lavandula officinalis) und Hopfen (Humulus lupulus).

Diese Kräuter werden meist in Form von Tees eingesetzt, allerdings benötigt man dazu nicht alle zusammen, sondern in bewährter Tradition mischt man beispielsweise
•    Melisse und Frauenmantel – Dieser Tee hilft gut für innere Ruhe.
•    Lavendel mit Baldrian – auch diese Teemischung wirkt ausgleichend und beruhigend, eventuell auch gemeinsam mit Melisse.
•    Mönchspfeffer in Kombination mit Frauenmantel und mit Schafgarbe kann helfen, den Zyklus zu regulieren. Bitte allerdings nur dann trinken, wenn Sie vielleicht auch schwanger werden wollen, denn dieser Tee aus den zerkleinerten Mönchspfeffersamen und Mönchspfefferblättern wirkt bei Kinderwunsch oftmals Wunder!

Text: © Ingrid Kleindienst-John
Wir danken dem Freya-Verlag für die Genehmigung zum Abdruck.

 

Buchtipp

SOS Hexenschuss
Ingrid Kleindienst-John
ISBN: 978-3-99025-189-8
Freya Verlag
www.freya.at

 


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