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Das göttliche Konzept oder die göttliche Leiter

Von Barbara Bessen

portrait bessen
Wie stellen wir uns Gott vor?
Wenn ich mich an früher erinnere, sah ich Gott in meiner Kindheit als ein großes, freundliches Wesen, das unter anderem auf einer Wolke umher schwebte und alles beobachtete. Oder ich sah ihn in einem großen, lichtvollen Palast aus Kristall. Die Stimmung dort war sehr freudvoll, die Wesen um Gott herum lachten, tanzten manchmal sogar und hatten viel Spaß. Oft waren auch andere Wesen mit mir im Gespräch, die ich heute als Erzengel Michael oder Saint Germain identifizieren würde.

Sicher sah ich meinen „Gott“ und die anderen so freundlich, weil ich in diesem Leben nicht in irgendeiner Form religiös erzogen wurde. Ich war relativ frei bezüglich des göttlichen Konzeptes. Wenn man von den religiösen Prägungen aus anderen Leben einmal absieht. Ich erinnere mich, dass ich mit diesem freundlichen Gott ich viele Gespräche hatte.
Über alles Mögliche unterhielten wir uns, und er war für mich da, wenn ich mich über meine Mutter geärgert hatte. Vielleicht ist es das, was andere Menschen als den imaginären Freund bezeichnen. So einen „Freund Harvey“ aus dem bekannten Film.
Ich erinnere mich nicht mehr daran, wann dieser Kontakt abbrach oder im Sande verlief. Sicher begann dies, als ich mehr mit dem Ernst des Lebens, der Schule, beschäftigte. Doch auch später im Berufsleben war ich immer mal wieder in diesem leisen Zwiegespräch, wenn es um Belastendes ging. Heute bin ich sicher, dass ich damals mit meinem höheren Selbst in Verbindung war und auch schon, wie in dieser Lebensphase, seit Jahren mit Erzengel Michael, Kryon und Saint Germain. Nur die Namen waren mir nicht bekannt und die Funktion meiner Gesprächspartner.
Erst seit gut fünfzehn Jahren bin ich wieder intensiver und auch bewusster im Gespräch mit der geistigen Ebene. Im Laufe dieser Jahre habe ich viel über die geistige Welt und ihre Funktionen gelernt, eben von diesen geistigen Freunden. Ich weiß heute, ich bin ein Anteil meines höheren Selbst, das mich ausschickte, Erderfahrungen zu sammeln.
Ich weiß auch, dass das, was ich meine zu sein, Illusion und ein Konglomerat aus mitgebrachten emotionalen Erfahrungen und mentalen Prägungen aus anderen Leben und aus diesem Leben ist. Diese Persönlichkeit, auch Ego genannt, ist aus Gedanken geformt, so wie ich denke oder wie meine Eltern und andere Menschen, die mich erzogen, mir und mit mir lebten, begegneten, mich prägten. Das ist mein irdisches Sein; ein Paket voller unterschiedlicher Gedanken und daraus folgender Taten.
Aber eigentlich bin ich ein lichtvolles Wesen, das eine Erderfahrung hat, hier in der Dualität. Dieses lichtvolle Wesen, das ich bin, kommt nun immer mehr in mein tägliches Leben. Auch damit ich endlich den wahren, freien Willen leben kann. Denn ich empfinde den freien Willen als galante Mogelpackung.
Wer wählt sein Leben tatsächlich freiheitlich? Wenn wir viele Prägungen haben, die uns ausmachen, wählen wir nicht frei, sondern schöpfen immer aus Vergangenem. Doch wenn wir näher mit dem Wesen, das wir wirklich sind, in Verbindung treten, sind wir außerhalb der Dualität und können die wahre Freiheit erschnuppern. Das ist natürlich ein Prozess.
Kryon sagt schon seit langem, und ich verstehe diese Aussage immer besser: „Ihr lebt mit einem Bein in der Dualität und mit dem anderen in der Multidimensionalität. Die Kunst ist, beides miteinander zu verbinden!“

Mehr in Kontakt zu dem höheren Selbst zu sein, bringt völlig neue Gedankenkonstrukte mit sich, neue Ideen, wie man leben möchte. Und es ermöglicht einem, noch mehr – wir taten es ja bereits seit Jahren – loszulassen. Die neue Energie, von der wir seit Jahren sprechen, ist wie eine Turbowelle, die alles das, was wir nicht mehr brauchen, nicht mehr leben wollen (sollen) von uns nimmt, manchmal auch mit Krankheitssymptomen oder depressionsartigen Schüben. (Kleine dunkle Nächte der Seele, wie die alten Mystiker sagen.)

Die göttliche Mutterenergie, die seit Jahren ihre liebevolle Hand über diesen Planeten hält, überhäuft uns mit Gnade, wenn wir die reine Absicht haben, unsere alten Speicherungen loszulassen, um lichtvoller hier unsere Aufgabe zu erfüllen. Denn ich bin sicher, jeder Mensch wird immer noch gebraucht, um das Feld, aus dem die Menschen ihre Informationen ziehen, weiter zu verändern. Die Umwälzungen, die die neue Energie der Erde beschert, sehen wir in den vielen Transformationen der Länder, politischen Gebilden und soziologischen Strukturen. Wir müssen bei uns selbst beginnen, das – so erinnere ich mich gerade – sagte mir schon mein höheres Selbst, als ich noch ein Kind war.
Zum Wohle aller, aber auch zu meinem eigenen, müssen wir Entscheidungen treffen, damit die sogenannten Win-Win-Situationen entstehen können. Für alle ist genug da, wenn wir es richtig verteilen. Doch wir selbst müssen friedlich, in Liebe mit uns selbst sein, dann haben wir das gleiche göttliche Gefühl und Ansinnen, es für andere auch zu haben. So verändern wir das Feld der Speicherungen, auch morphisches Feld genannt. Dann wird ein Feld des Friedens über diesen Planeten sein, der nicht dualistisch ist. Denn dem drittdimensionalen Frieden folgt immer der Krieg. Da die Erde sich langsam in eine neue Ebene einschwingt, wird die Dualität sich abschwächen. Die Frage ist, was wählen wir für uns: Krieg oder Frieden? So wird es dann sein.
Ich erinnere mich weiterhin, dass ich wohl als Kind auch schon fragte, wer denn Gott sei und ob er viele Helfer habe. Die Antwort von damals hab ich nicht mehr parat. Die vielen Jahre in der Zusammenarbeit mit den geistigen Freunden haben mir jedoch viele Fragen beantwortet.
Ich habe verstanden, dass es viele Dimensionen gibt, Parallelwelten, und dass ich nicht nur in dieser physischen Ebene vorhanden bin. Ich habe auch erkannt, dass es viele feinschwingendere Anteile meines Seins gibt. Ich bin nicht nur eine sondern viele. Und wir sammeln uns langsam wie in einem Treffpunkt, um gemeinsam die Heimreise anzutreten. Ich weiß auch, dass mein höheres Selbst alle diese Teile seines Seins, all die vielen Persönlichkeiten, die durch Wiedergeburt entstanden sind, vereinen möchte zu einem Ganzen. Dieses höhere Selbst wird mit uns verschmelzen, um dann dieses dualistische System, das es vor langer Zeit, wenn man da überhaupt von Raum und Zeit sprechen kann, besuchte, zu verlassen.

Wir werden weiter ziehen, um andere Abenteuer zu erleben und auch, um uns mit den höheren Selbsten unseres höheren Selbstes, das Eine, was wir dann sind, zu verbinden. So gleiten wir Stück für Stück von einer Stufe der kosmischen Leiter auf die nächste. Ganz oben ist unser wahres Zuhause, der Urgedanke von allem, was ist.
Sicherlich sitzt dort kein „Gott“ mit einem weisen Gesicht und empfängt uns liebevoll. Dennoch wird es so sein, dass große Freude in uns sich ausbreitet. Wir werden glücklich, erleuchtet, wie immer man das heute überhaupt ausdrücken kann, sein und froh, wieder zuhause zu sein. Aber die Abenteuerreise in die vielen Welten war wunderbar, oder?
Und das Spannende ist: Wir werden die Erfahrungen aller Anteile in uns haben wie der Tropfen im Meer. Wir sind uns allem bewusst. Ist das nicht eine wundervolle Vorstellung? Das Gute ist, wir brauchen für die Heimreise nichts einzupacken, denn dort, wo wir als nächstes hinreisen, formen wir alles mit unseren Gedanken. Hier braucht es im Moment noch ein bisschen länger, sodass wir irdische Güter noch schätzen. Freuen wir uns auf die Heimreise!

Kontakt zur Autorin: Barbara Bessen
www.barbara-bessen.com

Foto: RINOW Communication