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Therapeutisches Lenormand

Therapeutische Nutzung mit den Karten der Mlle Lenormand
Von Amara Yachour

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Die Arbeit mit den Karten ist so faszinierend, wie die Lebensgeschichte der Grand Dame, die den Karten ihren Namen gab. Marie-Anne Lenormand wurde am 25. Mai 1772 geboren und bekam den Namen ihrer älteren Schwester, die knapp vier Jahre zuvor kurz nach der Geburt starb.

Marie-Anne Lenormands Vater Jean-Louis war ein erfolgreicher Textilhändler. Er verstarb als sie gerade ein Jahr alt war. Ihre Mutter, die neu geheiratet hatte, starb als Marie-Anne fünf war. So wurde Marie-Anne von ihrem Stiefvater aufgezogen, der außerdem das Textilgeschäft des Vaters übernahm und erfolgreich eine Filiale in Paris eröffnete.
Marie-Anne hatte zwar noch einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester, trotz dem gestaltete sie ihren Tag allein und stahl sich schon früh morgens aus dem Haus. Ihre Vorliebe für Artisten und Künstler trieb sie immer wieder vor die Stadt, wo die Zigeuner und Wahrsager campierten. Bei ihnen ließ sich Marie-Anne aus der Hand lesen und kaufte auch ihr erstes Kartenspiel. Allerdings spielte sie nicht damit, sondern nutzte es wie die Menschen vor der Stadt, um die Zukunft vorherzusagen.
Nachdem sie in einem Benediktinerkloster das Lesen und Schreiben, sowie bereits mit elf Jahren bei einer Schneiderin das Nähen lernte, zog die Mademoiselle Lenormand mit 14 Jahren zu ihrem Stiefvater nach Paris und arbeitete als Verkäuferin in seinem Bekleidungsgeschäft. Dort hatte sie eine Menge Gelegenheiten, hinter der Theke heimlich Karten zu legen.
Im Laufe der Jahre machte sie sich einen Namen und erregte mit ihren oftmals zutreffenden Weissagungen einiges Aufsehen. Aufgrund „magischer Praktiken“ wurde sie auch mehrfach verhaftet.
1793 eröffnete sie schließlich ihr eigenes Geschäft in Faubourg Saint-Germain. Offiziell handelte sie dort mit Büchern – aber eigentlich verdiente sie ihr Vermögen mit Kartenlesen und anderen Weissagungstechniken, wie zum Beispiel Hand- und Kaffeesatzlesen. Zu ihren Kunden zählten auch hier Menschen aus den verschiedensten Schichten, aber vor allem Politiker, Adelige, Schauspieler und andere Künstler, nicht zuletzt Napoleon Bonaparte und seine Frau Josephine. Durch die vielen Informationen der Menschen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, hatte sie das Ohr am Puls der Zeit und wurde so zur am besten informierten Frau in Paris.

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Die Geschichte der Lenormandkarten
Zwar hatte sich die Mlle Lenormand ein längeres Leben vorhergesagt, aber dass sie durch einen Arzt sterben würde, das traf wirklich ein. Am 25. Juni 1843 verstarb sie nach einer Operation. 1845 erschien zudem das erste Lenormand Deck, das ihren Namen trug. Das 54 Karten umfassende Deck wurde ein Erfolg. Fünf Jahre später erschien in Deutschland das Petit Lenormand mit 36 Karten. Doch eigentlich ist die Grundlage des heutigen Decks der Blauen Eule das „Kartenspiel der Hoffnung“ von Johann Kaspar Hechtel um 1800 in Nürnberg das erste Mal gedruckt.

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Karten legen lernen
Egal mit welchem Kartendeck man am besten arbeiten kann, das Legen der Karten will gelernt sein. Ohne fundiertes Wissen und eine Ausbildung im Kartenlegen kann man die Karten nicht richtig deuten und Klienten, die einen befragen, nicht die richtige Zukunft vorhersagen. Dies ist vor allen Dingen wichtig, wenn wir die Wege der Zukunftsdeutung verlassen und uns dem Kartenlegen unter therapeutischen Aspekten nähern. Denn hier arbeiten wir mit der Psyche des Menschen und dazu gehört eindeutig mehr, als nur einen Blick in die Nebel der Zukunft zu werfen.
Darüber hinaus sollte man als Kartenleger beachten, dass nur Berufsgruppen mit Heilerlaubnis hier eine Diagnose stellen dürfen. Trotzdem halte ich ein solches Wissen für unverzichtbar. Tausende von Beratern, die auf Hotlines arbeiten sollten hier entsprechend geschult sein. Als Berater sollte man psychische Grenzsituationen erkennen und aufgrund dieses Wissens dann erst in die Beratung gehen. Man sollte erkennen ob ein Mensch suizidal gefährdet ist. Erst dann kann man verantwortlich arbeiten. Eine Liste mit den gängigen Notrufnummern leistet hier manchmal einen guten Dienst.

Therapeutischer Nutzen und Diagnostik durch die Lenormandkarten
Menschen schleppen oft eine Last von Verletzungen mit sich, die tief verborgen im Unterbewusstsein gespeichert sind und dort als negative Glaubenssätze und Limitierungen wirken. Dadurch kann der Mensch nicht wirklich frei sein, denn alle Entscheidungen basieren auf der Grundlage der Verletzung oder sogar des Traumas. Dazu kommt, dass wir Menschen oft Unangenehmes verdrängen und uns dann natürlich der daraus resultierenden Mechanismen nicht mehr bewusst sind.
Um die Kräfte des Unterbewusstseins zu aktivieren, sollten die alten Bilder durch neue ersetzt werden. Hier kommen die Karten mit Ihrer einfachen bildhaften Sprache zum Tragen. Wir müssen beim Klienten etwas bewirken und können über die Karten emotionale Bilder erzeugen, die
a) Dem Kunden genau zeigen, wo das Problem liegt.
b) Woher dieses Problem kommt.
c) Wie es zu lösen ist.

Der Kunde versteht die Sprache der Bilder und nimmt bewusst das neue Bild auf. Damit ist es auch unbewusst vorhanden und wirkt in beiden Sphären. Dabei sollte man die im Kartenbild vorhandenen Lösungswege, Karte für Karte, dem Klienten präsentieren und, wenn nötig, sogar eine Schlüsselkarte mitgeben, damit er sich das Bild noch einige Tage verinnerlichen kann. Dadurch nimmt das Unterbewusstsein seine Arbeit auf und ein Misserfolg ist nahezu ausgeschlossen.

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Das Bild beginnt zu arbeiten und erzeugt neue Resonanzen. Natürlich braucht es auch eine modifizierte Sprache und mit den normalen Bedeutungen der Karten kommt man daher nicht weit. An dieser Stelle gebe ich ihnen einfach ein paar Zusatzbedeutungen, die dies verdeutlichen:

Der Sarg steht hier für ein erlebtes Trauma. Liegt das Buch dabei, sprechen wir von einem verdeckten Trauma. Dies gehört unbedingt in die Hände eines Trauma-Therapeuten oder ausgebildeten Psychotherapeuten. Es bedeutet, dass der Klient keinen Zugriff mehr auf die Erinnerung hat. Das passiert oft bei massiven Verletzungen der kindlichen Seele.
Das Buch steht hierbei immer für das Unterbewusstsein.
Wolken deuten auf eine Angststörung hin, zusammen mit der Sense verschärft sich das Bild und wir sprechen von Panikattacken. Liegt die Schlange bei dem Sarg sprechen wir eher von einer tiefgreifenden, transformierenden Erfahrung und wäre die Sonne neben dem Sarg zu finden, entdecken wir den Burn-Out.
Kommt der Ring dazu, als immer wiederkehrendes, ewiges Symbol, würde aus dem Burn-Out die chronische Erschöpfung, das Chronique Fatique Syndrom.
Wer sich ein wenig mit den Lenormandkarten auskennt, hat sicherlich den Begriff Häusertabelle einmal gehört. Je nachdem, auf welchen Platz die Karte nun im großen Blatt fällt, gibt es noch Zusatzinformationen. Läge der Sarg beispielsweise im Haus der Karte des Kindes, wüssten wir auf der Stelle, dass die Ursache in der Kindheit zu suchen ist. Die Karten die dann im Zirkelkreis um den Sarg liegen würden uns auch die Situation und Ursache spiegeln.

Familienaufstellung durch die Lenormandkarten
Da jedes Kartenbild natürlich durch die gelegten Personen auch gleichzeitig eine systemische Aufstellung der Familie ist, sowohl der Herkunftsfamilie, als auch der jetzigen, eigenen Familie, lassen sich schnell Muster erkennen. Dabei kann man sogar bis zu zwei Generationen zurückgehen. Durch die sprechenden Bilder der Karten, wissen wir auch sofort, wie die einzelnen Personen zueinander stehen und sich verhalten und aus welchem Sachverhalt der Familiengeschichte dies resultiert und ob beispielsweise die Tochter das Muster der Mutter weiterlebt.
Oft dauern Aufstellungen mit Stellvertretern Stunden. Hier können die Karten eine sinnvolle Alternative sein. Die beredte Sprache der Karten zeigt exakt die Situation und sogar die Familienhierarchie ist auf einen Blick sogar für Ungeübte erkennbar. Dazu sind die Lösungswege erkennbar und sogar die Therapiemethoden, die man dem Kunden vorschlagen könnte.

Also warum nicht mal einen tieferen Blick mit den Karten riskieren als sonst!

Fotos: Amara Yachour

portrait yachourAmara Yachour
Amara Yachour ist Buchautorin, Coach und Medium für Jenseitskontakte. 1964 im Zeichen des Steinbocks geboren, ist Ihr Leben ein Beispiel für die Führung durch die geistige Welt. Zwei Nahtoderfahrungen waren die Initialzündung für die komplette Transformation Ihres Lebens. Mehr als 30 Wochen mediale Ausbildungen an bekannten Colleges und Schulen in Deutschland, England, Schottland und Österreich, nebst vielen weiteren spirituellen Ausbildungen sind die Basis Ihrer Arbeit. Über sieben Jahre arbeitet sie als Lebensberaterin mit den Lenormandkarten im TV. Seit 2014 lebt und arbeitet sie mit Ihrem Mann in Todenbüttel. Sie hat vier eigene Kinder, zwei Stiefsöhne und zwei Enkelkinder. Ihr Lebensmotto: Liebe ist die einzige Wahrheit.
Veröffentlichte Bücher u.a.: Grüße aus dem Jenseits, Das große Lenormand Märchenbuch
Tel.: 04874 - 901 98 55 • email: amara@email.dewww.lenormand-kartenlegen.com