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Arthrose

Endlich schmerzfrei mit Naturstoffen
Von Prof. Dr. Michaela Döll

hagebutte
Unsere Gelenke werden im Verlauf unseres Lebens stark belastet. Und so zählt die Arthrose mit ihren Abnutzungserscheinungen und Schmerzen zu den häufigsten chronisch-degenerativen Erkrankungen. Im Endstadium der Erkrankung wird der Gelenkersatz empfohlen. So hat sich die Zahl der Wirbelsäulen-OPs laut Gesundheitsministerium zwischen 2005 und 2011 von ca. 320 000 auf etwa 735 000 mehr als verdoppelt. Im Jahr 2010 gab es in Deutschland mit 295 pro 100.000 Einwohner so viele Hüftoperationen wie nirgends sonst in Europa. Auch bei Knie-OPs liegt Deutschlands Quote mit 213 Eingriffen im europäischen Vergleich vorne.

Soweit sollte man es nicht kommen lassen, denn knapp die Hälfte der Betroffenen müssen sich im weiteren Verlauf einer erneuten Nachoperation unterziehen. Es gibt gut verträgliche Naturstoffe, die den Knorpel ernähren und Schmerzen und Entzündungen drosseln können – aber es kommt hier auf die Dosierung und die zusammensetzung an.

Nicht die Symptome bekämpfen, sondern die Ursache: den Knorpelabbau!
Glucosamin(hydrochlorid) und Chondroitinsulfat sind hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit gut untersucht. Diese Substanzen zählen zu den sog. Knorpelaufbau- oder Knorpelschutzpräparaten. Da sie von ihrer Struktur her den körpereigenen Knorpelstoffen sehr ähnlich sind, werden diese Aufbaustoffe nicht als „körperfremd“ abgestoßen, sondern in das vorhandene Knorpelgewebe eingebaut.
Dort dient Glucosamin nicht nur als Baustoff für die Herstellung des Eiweiß-Zucker-Netzwerks im Gelenkknorpel, sondern es regt gleichzeitig die Knorpelzellen zur Bildung von Kollagen und weiteren Knorpelstoffen an. Zudem konnte man entzündungshemmende Effekte für den Knorpelbaustoff nachweisen: die Freisetzung knorpelverschleißender Enzyme wird durch Glucosamin gehemmt. Es liegen sogar Hinweise darauf vor, dass die Substanz gegen die degenerative Wirkung durch Schmerzmittel wie z. B. Diclofenac oder Cortison stählt und damit medikamentös bedingte Knorpelschäden vermeiden hilft.
Chondroitinsulfat wirkt als „Flüssigkeitsmagnet“: es sorgt dafür, dass genügend Wasser in den Knorpel eingelagert wird und dieser damit seine schwammartigen Stoßdämpfereigenschaften nicht verliert. Durch das Einschwemmen von Flüssigkeit in das Proteoglykannetz werden zudem wichtige Biostoffe für den Knorpel mitangezogen und damit dessen Nährstoffversorgung verbessert.
Darüber hinaus bekämpft Chondroitinsulfat Enzyme, welche die Zufuhr von Nährstoffen blockieren und den Knorpel damit „aushungern“. Beide Substanzen zusammen bilden ein gutes Team, welches dem Gelenkverschleiß entgegenwirkt bzw. der Wiederherstellung geschädigter Knorpel dient und darüber hinaus die Entzündungsbereitschaft arthrotischer Gelenke mindert.

Kombination für die Wirkung entscheidend
Für die Wirkung dieser Naturstoffe ist die (ausreichend hohe!) Dosierung ausschlaggebend. Studien gezeigt, dass hier eine Dosierung von mindestens 1500 mg/Tag (Glucosaminsalz) bzw. 1200 mg/Tag (Chondroitinsalz) erforderlich ist. Bei dieser Dosierung kann dem Verschleiß entgegengewirkt und Schmerzen können reduziert werden.
Während Glucosamin aus pflanzlicher Quelle gewonnen werden kann und somit als „vegan“ gilt, ist das Chondroitinsalz ausschließlich aus tierischer Quelle (z.B. Krustentiere) verfügbar. Ganz wichtig ist die Kombination des Glucosaminsalzes mit dem Spurenelement Mangan, denn Letzteres ist für die Proteoglykansynthese unverzichtbar. Mangan ist Bestandteil von Enzymen, die an der Knorpelproduktion beteiligt sind. Ohne dieses Spurenelement bleibt die Neusynthese, aber auch der Schutz der empfindlichen Knorpelsubstanzen „auf der Strecke“. Auch die Hyaluronsäure kann aus pflanzlichen Quellen gewonnen werden.
Sie ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Knorpels. Zusammen mit den genannten Knorpelstoffen ist die Hyaluronsäure für das Abfedern von Stößen und Druckbelastungen im Gelenk mitverantwortlich. Der Knorpel besteht somit aus einem Netzwerk an Glucosamin-, Chondroitinsalzen sowie Hyaluronsäure. Daher ist die Anwendung aller drei Substanzen empfehlenswert.
Während die Hyaluronsäure viele Jahre nur als „Spritzenkur“ zur Verfügung stand gibt es jetzt auch Kombinationspräparate in Kapselform. Zur Anwendung der Hyaluronsäure in dieser oralen Form gibt es inzwischen hinreichend Daten, die auf eine gute Verwertbarkeit schließen lassen.

MSM – ein natürlicher, effizienter Schmerzkiller
Statt der klassischen Schmerzmittel, die in der Regel stark mit Nebenwirkungen belastet sind und zudem auch noch den Knorpelabbau weiter voran treiben können sollten gut verträgliche Alternativen in Erwägung gezogen werden.
MSM (Methylsulfonylmethan) ist ein natürlich vorkommender schwefelhaltiger Stoff, der eine schmerzstillende Wirkung entfalten kann. Schwefel nimmt in der Volksheilkunde bei Gelenkerkrankungen seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle ein. Häufig kann man im arthrotischen Gelenk ein Defizit an Schwefel feststellen. Außerdem wirkt dieser natürliche „Schmerzkiller“ abschwellend auf Gelenkergüsse, entzündungshemmend und muskelentspannend. MSM hat sich mittlerweile bei diversen Schmerzzuständen (Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Verletzungen, Sehnenscheidenentzündung u. a.) bestens bewährt.

Pflanzenextrakten mindern Entzündungen
Die Hagebutten zählen zu den Vitamin C reichsten Früchten. Sie besitzen zwanzigmal mehr Vitamin C als die vergleichbaren Menge an Zitronen und sind zudem reich an bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffen, die bei Gelenkerkrankungen hilfreich sein können. Vitamin C trägt – und das ist wissenschaftlich bewiesen – zur Gesunderhaltung des Knorpels und zur Kollagensynthese bei.
Zum Hagebuttenextrakt liegen eine Reihe von Untersuchungen vor, die eine Verminderung der Schmerzen und eine Verbesserung der Beweglichkeit bestätigen. Auch der Brennnesselextrakt ist in einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen bei Gelenkerkrankungen geprüft worden. Er enthält u.a. entzündungshemmende Stoffe und kann somit entzündlichen Prozessen in den Gelenken entgegenwirken.
Hagebutten- und Brennnesselextrakt können einen effizienten Wirksynergismus entfalten, daher erscheint die kombinierte Anwendung empfehlenswert.

Knochen, Muskeln und Bindegewebe nicht vergessen
Für die Gelenkgesundheit ist auch die Erhaltung der Knochen sowie der umliegenden Muskeln und des Bindegewebes wichtig. Vitamin D ist ja das „Knochenvitamin“ schlechthin – aber auch für die Muskelfunktion ist dieser Mikronährstoff wichtig.
Vegan lebende Menschen tun sich allerdings mit der Anwendung von Kapseln schwer, denn Vitamin D wird üblicherweise aus tierischen Fellen bzw. Wolle extrahiert. Aus Hefe kann man Vorstufen von Vitamin D gewinnen, die im menschlichen Organismus in das aktive Vitamin D3 überführt werden können und somit kann Vitamin D auch in veganer Form angeboten werden.
Interessant ist in Zusammenhang mit der Knochengesundheit auch das völlig unterschätzte Spurenelement Mangan. Dieses wird als Cofaktor für das Bindegewebe benötigt und reduziert den oxidativen Stress im Gelenk. Freie Radikale können nämlich dem Gelenkknorpel extrem schaden und an der Verschlimmerung einer Arthrose mitbeteiligt sein.
Für die Praxis empfiehlt sich die kombinierte Anwendung aus allen acht veganen gelenkschützenden Stoffen (in einer Kapsel kombiniert), wobei man ein solches Präparat, bei Bedarf, mit einer Kapsel Chondroitinsulfat (nicht vegan), kombinieren könnte.
Leider kommen in der praktischen Anwendung häufig zu niedrig dosierte Knorpelstoffe, die nicht diesen Wirksynergismus mit den genannten weiteren Substanzen beachten, zum Einsatz und der Therapieerfolg kann in solchen Fällen daher ausbleiben.

 

portrait doellProf. Dr. Michaela Döll
Seit vielen Jahren Expertin im Themenbereich „Ernährungsmedizin“. Vortragstätigkeit im In- u. Ausland. Umfangreiche Publikationstätigkeit mit weit mehr als 130 Fachpublikationen. Autorin mehrerer Bücher. Expertentätigkeit in TV-Sendungen u. Hörfunk.
Tel.: (kostenlos):0800 1010 972
email: prof.drmichaeladoell@t-online.de
www.fitness-gesundheit-antiaging.de

Foto Hagebutten: Kwiatkowski Verlag
Portraitfoto & Text: Prof. Dr. Döll